Das Warten hat ein Ende. Die 1. Floorball Bundesliga startet an diesem Wochenende in ihre Ligaphase. Der perfekte Zeitpunkt ihre zehn Teilnehmer unter die Lupe zu nehmen und eine vollkommen unnötige Prophezeiung abzugeben.

1. UHC Weißenfels

Seit längerem bekannt war der Abgang von «Kreativdirektor» Eskelinen, auch Käsmä verlässt den UHC und Goalie Schauer beendet seine Karriere, Köstler rückt auf. Der Deutsche Meister macht aber keine Anstalten in seiner Dominanz nachzulassen. Nicht nur dass ihm Topscorer Soini erhalten bleibt, an die Saale wechselt mit Verteidiger Jussi Asunta außerdem ein weiterer finnischer Hochkaräter. Axel Kuch kehrt aus Skandinavien zurück und Philip Jassmann wechselt vom SC DHfK zum UHC. In Leipzig sorgte diese Personalie für leichte Verstimmungen. Insgesamt dürfte Weißenfels seine spielerische Wucht jedenfalls erhalten bleiben. Alles andere als das nächste Double wäre eine Überraschung.
Titelquote: 1:1,5

2. Red Devils Wernigerode

Wernigerodes großer Trumph heißt Kristian Krogius. Der ehemalige Keeper vom SSV Helsinki beeindruckte in der Vorbereitung mit herausragenden Leistungen. Höhepunkt der teuflischen Pre-Season war ein 11:2-Sieg gegen den MFBC. Durch den Erhalt seiner wichtigsten Stammspieler und die Rückkehr diverser Talente wird Coach Gary Blume endlich wieder mit einem kompletten Kader in die Saison starten können. Erster Gegner, Vize-Meister TV Lilienthal.
Titelquote: 1:7

3. TV Lilienthal

Die Wölfe hatten im Sommer einige Umbrüche im Kader zu verkraften. Urgesteine wie Lubes, Heißenbüttel oder Melde verließen die Mannschaft. Dafür wird Scharfschütze Janos Bröker jetzt von seinem Bruder Niklas ergänzt und auch der Finne Jaakko Akman wechselt nach Lilienthal. A-Nationaltorwart Nils Hallerstede wird darüberhinaus von U19-Nationaltorwart Sebastian Spöhle ergänzt. Coach Remo Hubacher will seine Jungs auf den Medaillenrängen halten. Mit solchen Voraussetzungen eine lösbare Aufgabe.
Titelquote: 1:10

4. MFBC Leipzig

Für Leipzig hätte die Vorbereitung besser laufen können. Die hohe Niederlage gegen Wernigerode deutet darauf hin, dass die Löwen auch mit Neu-Trainer Danny Weißwange im Staff wieder etwas zu behäbig in die neue Saison starten dürften. Dennoch, die Offensivkraft um Ronkanen, Kanta & Co. ist enorm. Setzt man in der Messestadt die richtigen Prioritäten, ist der MFBC mehr als nur ein einfacher Playoff-Kandidat. Das hat man in der Rückrunde der vergangenen Saison bewiesen.
Titelquote: 1:10

5. Red Hocks Kaufering

Dass sich Kaufering auch ohne Zugänge und Nationalspieler von Pritzbuer zu behaupten weiß, haben die Roten Igel in der vergangenen Saison bewiesen. Um es sich noch schwieriger zu machen, hat sich nach nur einem Jahr im Amt nun Coach Rasso Schorer zurückgezogen. Übernommen hat das Paar Hauser/Szirbek, das jetzt als Spielertrainer die Geschicke der Mannschaft um Kapitän Falkenberger leitet. Keine optimale Ausgangslage. Doch die Mannschaft reift von Jahr zu Jahr und überzeugte zuletzt mit spielentscheidender Homogenität.
Titelquote: 1:30

6. Floor Fighters Chemnitz

In Chemnitz spricht man nach einer schwachen Saison wieder von Playoffs. Dabei helfen sollen Neu-Legionär Teemu Manninen (Bruder Tuomo verabschiedete sich im Frühling aus Chemnitz), Rückkehrer Tim Sigmund (verbrachte den letzten Jahrgang im finnischen Turku) und auch Nationalspieler Erik Schuschwary. Der Ex-Dresdner verbrachte eine herausragende Saison im tschechischen Usti nad Labem (zweithöchste Liga). Bekommen die Fighters ihre mäßige Defensivabteilung in den Griff, spricht tatsächlich nichts gegen die Ausscheidungsspiele.
Titelquote: 1:30

7. TV Schriesheim

Schriesheims Aufstieg ähnelt in vielen Zügen dem Auftritt der Kauferinger in nicht all zu ferner Vergangenheit. Eine hungrige, junge Generation, angeführt von Spielertrainer, Ausnahmetalent, Nationalspieler, Kapitän Alex Burmeister. Da die Bundesliga in diesem Jahr qualitativ wesentlich besser aufgestellt erscheint als vor drei Jahren dürfte ein Durchmarsch à la Red Hocks unwahrscheinlich sein. Der geografische Abstand könnte die Heimstärke Schriesheims aber noch verstärken. Der Liganeulig darf sich durchaus als potenzieller Playoff-Kandidat betrachten.
Titelquote: 1:50

8. BAT Berlin

Im Sommer musste Berlins Kader richtig bluten. Saariokari, Wright, Friberg und einige weitere wichtige Spieler verließen die Mannschaft und auch Trainer Krohne verabschiedete sich ins Management des Vereins. Sein Nachfolger Kratochvil will konsequent auf die eigene Jugend des Vereins setzen – auch wenn es BAT in der ersten Saison den einen oder anderen Tabellenplatz kosten sollte. Etwas gelegen kommt ihm dennoch der Zugang des Schweden Frederik Azelius, der in der neuen Saison eigentlich auf der Spielerliste des schwedischen Superligisten Helsingborg stehen sollte.
Titelquote: 1:70

9. ETV Hamburg

Der Druck, der auf Rückkehrer Mike Dietz lastet, könnte nicht größer sein. Nach dem Abschied des Nationaltorwarts in Richtung Schweden vor zwei Jahren stürzte Hamburg in den Ligakeller herab. Dort hatte man zwar keine Mühe die Klasse zu behaupten, der sportliche Abstand zu den Medaillenrängen war aber erheblich. Bei den weiteren Zugängen dürfte der Japaner Shin Kato keinen großen Unterschied machen, die Qualitäten von Pekka Heikkinen bleiben abzuwarten. Dafür musste der ETV Talent Flemming Kühl ziehen lassen. Die Hanseaten erwartet vermutlich eine eher defensiv ausgerichtete Saison.
Titelquote: 1:70

10. TV EH Bremen

Den TV EH Bremen zeichnet mannschaftliche Geschlossenheit aus. Das ist auch gut so, denn auf große Individualisten kann Eiche trotz Talente wie Westermann oder Ehrenfried noch nicht zählen. Torben Kleinhans hat eine Rückkehr aus Lilienthal vorerst abgelehnt, Basti Barthels lange Pause wird seiner Form nicht zuträglich gewesen sein (falls er überhaupt aufläuft), Jan-Paul Gersdorf wird man in der Berckstrasse vorerst wohl nur als Zuschauer sehen und Kasche ist auch nicht jünger geworden. Ob sich die Bremer in der Königsklasse ohne erfahrene Neuzugänge werden behaupten können, ist fraglich.
Titelquote: 1:100

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